Bewaffnung
Don Quijote 2026
Oberst EMG Alexandre Vautravers
Chefredakteur, RMS+
Die Ausgabe 2026 der europäischen Rüstungsmesse in Paris, Eurosatory, fand vor dem Hintergrund einer ganz besonderen Situation statt, die durch den Höhepunkt des Krieges in der Ukraine, die doppelte Sackgasse des Konflikts im Iran sowie den Gipfel und die Ereignisse von Évian/Genf (G7) geprägt war. Im Hintergrund dieser Rüstungsmesse lassen sich zwei Trends ablesen.
Erstens die beträchtliche Lücke zwischen den politischen Versprechen und Parolen in Europa einerseits und den konkreten, industriellen, technischen und operativen Ergebnissen andererseits. Die Nachricht vom wirtschaftlichen Rückgang Frankreichs pro Kopf im Vergleich zu Italien und der Rücktrit des britischen Verteidigungsministers wegen unzureichender Budgets lassen aufhorchen und werfen Fragen auf. Selbst wenn das Risikobewusstsein und Budgetversprechen da sind, begreift man schnell, dass alles kompliziert ist und seine Zeit braucht. Einen neuen Kampfpanzer oder ein neues Artilleriesystem zu kaufen ist möglich ... in zehn Jahren.
Zweitens, während sich die ganze Welt um Drohnen und automatisierte Systeme sorgt, während sich die öffentliche Meinung echter Paradigmenwechsel, Revolutionen im Militärwesen und möglicher Blockaden in der gesamten konventionellen militärischen Fähigkeitskette bewusst wird, geht der Besucher ungläubig und vielleicht etwas enttäuscht wieder weg. Wo sind die Drohnen? Wo sind die Mittel, um sie abzuwehren? Mangels technologischer Lösungen oder militärischer Antworten in den westlichen Ländern haben die Industrieunternehmen ihre Komfortzone größtenteils nicht verlassen und bieten weiterhin klassische Geräte und Mittel an, nur noch größer und natürlich noch teurer.
In dieser sich verändernden Welt gibt es diejenigen, die an Traditionen, Lösungen und bekannten Wegen festhalten. Und es gibt Deutschland, das einen fast unverschämten Willen zur Tat an den Tag legt. Neue Panzer- und Artillerieprojekte einschließlich Raketenwerfern, neue Mehrfachraketenwerfer, neue Pioniertruppen-Ausstattung, neue Schutztechnologien und Flugabwehr. Und wo es fehlt, kauft und importiert Deutschland in großem Stil israelische Flugabwehrsysteme oder Lenkflugkörper, in Griechenland hergestellte Panzerungen, US-amerikanische Patente usw.
Italien und die Türkei, die Ukraine, die baltischen Staaten und mehrere Balkanstaaten verfügen über reale technische und industrielle Kapazitäten, die oft durch Programme zur Modernisierung älterer und in großer Zahl verfügbarer Plattformen gestützt werden. Diese Fahrzeuge der älteren Generation mit aktualisierten Fähigkeiten, Feuerkraft und Schutzmöglichkeiten werden vielleicht weiter gehen als bemerkenswerte Fahrzeuge, die erst in zehn Jahren verfügbar sein werden.
A+V
Hinweis: Nur bestimmte Radpanzer wurden in diese Tabelle (grau hinterlegt) aufgenommen, da sie die Rolle von Kampfanzügen übernommen haben oder übernehmen sollen.
VBS/DDPS – Alexandre Vautravers
VBS/DDPS – Alexandre Vautravers